Beide Seiten sind im Bahnstreik an Originalität nicht zu übertreffen. Das war von Anfang an so, man suchte zunächst die von vorneherein erkennbar ergebnislose Auseinandersetzung vor zahlreichen Arbeitsgerichten und war sich dabei der öffentlichen Aufmerksamkeit gewiß. Dann gewinnt die GdL den entscheidenen Rechtsstreit, weigert sich aber trotzdem zu streiken. Obwohl die Bahn sich keinen Millimeter bewegt. Dann widerruft die GdL das entsprechende Interview ihres Chefs in der Süddeutschen. Ein Psychologe hat dazu erhellende Erkenntnisse. Bahnchef Medorn, sonst geil auf IPO und CEO (Privatisierung), hätte am liebsten doch wieder beamtete Lokführer und schreit bei erstbester Gelegenheit, von den Gerichten (gefühlt) im Stich gelassen, nach Vater, pardon Mutter Staat. Herr Mehdorn dürfte für die Privatisierung der falsche Mann sein. Herr Schell täuscht sich, wenn er auf Frau Merkel hofft. Schell und Mehdorn, das ist fast schlimmer als jeden Tag Paris Hilton. Aber auch einige Medien hyperventilieren, manche fordern schon hysterisch und im Widerspruch zur Verfassung den Gesetzgeber zur Regelung des Streikrechts auf.
Dabei geht es doch nur um einen Streik, in anderen Ländern alltägliche Realität.